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Berichte der Sportsoldaten 2022

Trainingslager in Potchefstroom und SA Nationals in Kroonstadt

Jan Schulz

Zum Abschluss des SpoSo-Jahres waren Clemens, Max und Jan in Südafrika um an den südafrikanischen Meisterschaften teilzunehmen.

Clemens reiste bereits am 26.11.2022 nach Potchefstroom und konnte direkt am 27.11. seinen ersten Trainingsflug absolvieren. Die für die Sportsoldaten während des Trainingslagers zur Verfügung stehenden Flugzeuge waren eine JS1 und zwei Duo Discen.

Leider machte sich bereits bei den Flügen von Clemens mit der JS1 bemerkbar, dass das Wetter zur Zeit nicht den erwarteten südafrikanischen Standards entspricht. Das bestätigten uns auch die Einheimischen, da sie seit ungefähr zwei Jahren eine sehr regnerische Phase in der Gegend rund um Potchefstroom erleben. Dies spiegelt sich unter anderem durch schwache Steigwerte, niedrige Basishöhen und viele Schauer wider.

Am 03.12. trat Jan ebenfalls seine Reise nach Südafrika an und konnte von Clemens am 04.12. in Johannesburg am Flughafen abgeholt werden. Aufgrund des derzeit herrschenden Wetters konnten die beiden jedoch leider nur zwei mal innerhalb von zwei Wochen einen Flug antreten. Beide waren nur von kurzer Dauer, da die Wetterlage sehr labil war und somit die Bewölkung sehr schnell überentwickelt hat und es zu Gewittern kam, sodass wir immer früh zum Flugplatz zurückkehren mussten. Demzufolge bot sich Max, nach seiner Anreise am 11.12., keine Möglichkeit in Potchefstroom zu fliegen.

Da wir kaum fliegen konnten, bekamen wir von Uys Jonker eine Führung durch die Jonker Sailplanes Factory, was sehr interessant war. An den folgenden Tagen kamen wir sogar dazu, zum Beispiel bei der Montage eines Triebwerkes oder bei der Reparatur an einem Flügel Hand anzulegen.

Am 16.12. ging es für uns nach Kroonstadt zu den SA Nationals, wofür wir uns als Sportsoldaten-Flugzeug für einen Duo Discus entschieden haben. Das Wetter wurde von dort an immer besser und es konnte fast an jedem Tag des Wettbewerbs ein Wertungstag geflogen werden.

Am ersten Wertungstag flogen Jan und Clemens gemeinsam. Die Aufgabe war eine AAT mit einem Zwei-Stunden-Fenster und einer minimalen Distanz von 180 Kilometern und einer maximalen Distanz von 400 Kilometern. Bis zum letzten Wendepunkt hatten die beiden einen guten Schnitt und ein gutes Gefühl, den Tag erfolgreich zu absolvieren. Allerdings machte sich bereits auf dem Schenkel zum letzten Wendepunkt ein großes Gewitter in der Nähe bemerkbar, sodass letztlich entweder ein Abbruch der Aufgabe oder ein risikoreiches Gleiten zum Wendepunkt mit der eventuellen Möglichkeit einen Endanflugbart zu bekommen, möglich waren. Nachdem die Entscheidung für die risikoreiche Variante getroffen wurde, glitten die beiden so weit es ging, bis eine Aussenlandung unvermeidbar war. Am Abend bei der Auswertung des Tages machte sich bemerkt, dass es noch eine dritte Möglichkeit gegeben hätte, die Aufgabe zu schaffen, die für uns aber als zu gefährlich erschien. Nämlich das Fliegen zu der Gewitterzelle, um dann auf der Böenwalze bis zum Flugplatz zurück zu fliegen, sowie es der Tagessieger gemacht hatte. Trotz der Aussenlandung konnten die beiden sich den fünften Platz sichern.

Am zweiten Wertungstag flogen wieder Clemens und Jan und es war wieder eine AAT geplant. Mit einer Mindestdistanz von 170 Kilometern und einer Maximaldistanz von 300 Kilometern lief dieser Tag sehr gut und die beiden schlossen die Aufgabe mit einem Schnitt von 104 km/h erneut mit dem fünften Platz ab.

Beim dritten Wertungstag tauschten Max und Jan die Plätze, sodass Clemens mit Max zusammen den Duo Discus besetzt hat. Die Zwei-Stunden AAT lief bis zum letzten Schenkel komplikationslos, allerdings wurde das Wetter sehr schnell schwach, sodass die beiden sehr schwache Bärte kurbeln mussten, um den Tag mit einem knapp 100 km/h Schnitt auf dem siebten Platz in der Tageswertung zu beenden.

Der vierte Wertungstag stellte sich als der beste Wertungstag bisher heraus und konnten trotz sehr starker Windverhältnisse konnten Jan und Max auf der 370 Kilometer Racing Task gute Linien finden. Die beiden flogen sehr konservativ und trafen nur ihre eigenen Entscheidungen, ohne den anderen hinterher zu fliegen und konnten sich daraufhin aufgrund des niedrigen Indexes des Duo Discus auf dem dritten Platz der Tageswertung platzieren.

Das Team des fünften Wertungstages bildeten Clemens und Jan. Geplant war wieder eine Racing Task, mit einer Distanz von 250 Kilometern. Bereits am Anfang des Fluges stellten sich die Steigwerte als eher schwach dar, weshalb Jan und Clemens lieber vorsichtig geflogen sind. Der vorletzte Schenkel stellte sich als der Beste heraus, da eine circa 30 Kilometer lange Wolkenstraße den Weg zum letzten Wendepunkt sicherstellte. Leider hörte der Tag sehr schnell auf und die beiden mussten nach einem langem Kampf mit schwachen Steigwerten 20 Kilometer vor dem Flugplatz ausßenlanden.

Am letzten Wertungstag konnte nur einer von uns das Flugzeug besetzen, da wir unsere Mietfahrzeuge und den ausgeliehenen Segelflugzeuganhänger für die Rückgabe reinigen mussten. Der glückliche Pilot wurde Clemens, der mit dem Duo Discus in der einsitzigen Konfiguration einen souveränen Schnitt von 104 km/h erflog.

Am Ende konnte das Team der Sportsoldaten in der Gesamtwertung den vierten Platz belegen und sie bekamen sogar eine Trophäe für den längsten Flug ohne Rückkehr zum Flugplatz. Insgesamt war dieser Wettbewerb sehr lehrreich und hat allen Beteiligten viel Freude gebracht.

Wir bedanken uns bei allen Helfern, die es uns möglich gemacht haben, den Wettbewerb anzutreten.

Die Zeit in Südafrika war ein sehr schöner Abschluss des Sportsoldatenjahres und wird uns definitiv noch lange in guter Erinnerung bleiben.


Bitterwasser – Das Segelflug Paradies

Max Maslak

Ende November durfte ich einer Einladung des Sponsors Wilfried Großkinsky, in das Namibianische Segelflug-Paradies, Bitterwasser zu seinem 1000-km-Camp folgen.

Nach einem 10-stündigen Flug von Frankfurt sind der ehemalige Sportsoldat Tobias Pachowsky und ich in der namibianischen Hauptstadt Windhoek angekommen. Das trockene, warme Klima fiel sofort auf und nach weiteren 2 Stunden Autofahrt in einer Savannenlandschaft und fast ohne Gegenverkehr kamen wir am Flugplatz Bitterwasser an. Das erste was auf unserem Plan stand war in den Pool zu hüpfen, wonach wir auch direkt mit einer Ausführlichen Einweisung auf den Flugplatz und den Flugbetrieb weiter machten.

Bitterwasser ist einer der einfachsten Flugplätze und, vor allem auch einer der Sichersten. Der ausgetrocknete See, auch Pfanne genannt hat einen Durchmesser von etwa 2000m und bietet morgens genug Platz, dass jeder nebeneinander Starten kann und abends Platz für alle bei der Landung.

Am nächsten Tag ging das Fliegen dann endlich los und ich durfte mit dem Förderer, Wilfried zusammen in der EB 28 Edition fliegen. Wir starteten um etwa 11 Uhr bei komplett blauem Himmel, da wir die Auslösetemperatur bereits erreicht haben. Vormittags war es eher schwach und wir mussten im Blauen auch relativ schwache Bärte annehmen, um 1 m/s. Als wir jedoch in Richtung Nordwesten die ersten Flusen vor uns erreichten änderte sich das schlagartig. Ein 3 m/s Bart brachte uns direkt an die Basis, welche direkt über 4000m amsl entsprach. Die Elevation beträgt in Bitterwasser 1330m.
Ab diesem Moment war das Fliegen in Namibia ein purer Genuss. Es bauten sich viele tolle Linien auf, welche man oftmals im Geradeausflug nutzen kann. Da wir in Höhen von ca. 4000m fliegen haben wir eine bedeutend höhere TAS als IAS was die Schnittgeschwindigkeit sehr fördert. Nachmittags können wir eine Konvergenzartige Linie in nördliche Richtung fliegen, welche uns die nötige Energie gibt, um über 1100 km mit einer Schnittgeschwindigkeit von knapp 140 km/h zu fliegen.

Überwältigt von den neuen Eindrücken und dem großartigen Flug steigen wir in Bitterwasser kurz nach Sonnenuntergang aus. Das Abendessen im Lodge eigenen Restaurant ist ein Highlight für sich. Das drei Gänge Menü war jeden Abend hervorragend und rundete den Tag ab.

Die Tage danach sind Tobias und ich immer im Wechsel den Ventus 3M und die EB 28 Edition geflogen. Wir hatten prinzipiell zwischen den Tagen relativ ähnliche Wetterlagen, wobei es an manchen Schauer und Gewitterlagen wenn man die Aufwindlinie trifft ausgesprochen schnell wurde, mit teilweise Stundenschnitten von jenseits 200 km/h, jedoch oftmals die Gefahr bestand nicht mehr nach Bitterwasser zurück zu kommen, wobei man trotzdem immer auf die Ausweichmöglichkeit Mariental, ein Flugplatz im Süden, zurückgreifen kann.

In Bitterwasser kann man sich als Gast ganz allein auf das Fliegen konzentrieren, da die Organisation sonst rundum so perfekt ist, dass man sich um fast nichts einen Kopf machen muss.
Nach 16 Tagen Aufenthalt in Bitterwasser konnte ich 8 von 12 Flügen über 1000 km verzeichnen, alle in der EB 28 Edition, Ventus 3M und Arcus M.

Vielen Dank an Wilfried Großkinsky, Manfred Dick und alle anderen Personen, die diese Reise in ein Segelflug-Paradies möglich gemacht haben.


Fluglehrerlehrgang in Kyritz

Jan Schulz

Anfang Oktober waren wir 4 Sposo´s auf dem Verkehrslandeplatz in Kyritz, um an einem Fluglehrerlehrgang für FI(S) teilnehmen und auch die Voraussetzung als Trainer zu legen.

Von Beginn an war Action angesagt, weil wir gerade angekommen auch schon direkt in den Puchacz gestiegen sind, um den Vorab-Testflug zu absolvieren. Dazu hat uns ein qualifizierter Fluglehrer uns auf den Zahn gefühlt und ob wir fliegerisch geeignet sind. Wir haben das ohne Probleme gemeistert.

Danach war die die Theorie der Methodik, Didaktik und Pädagogik an der Reihe. Wir lernten von Freitag bis Montag wie ein Unterricht mit Schülern vorbereitet und zu halten ist und wie man sich als Lehrer selbst zu verhalten hat. Nach etlichen Unterrichtsstunden, die wir hielten, hatten wir am Dienstag Zeit bekommen, um diese Unterrichtseinheiten dann zu verbessern und zu perfektionieren.

Ab Mittwoch ging es dann nur noch ums Fliegen. Jeder von uns musste insgesamt 10 Starts an der Winde und 10 Starts im F-Schlepp mit einem Fluglehrer-(Lehrer) absolvieren. Glücklicherweise konnten wir aufgrund perfekter Wetterbedingungen und schnell mithelfenden Mitgliedern des FSC-Kyritz, all die benötigten Starts schon am Donnerstag und Freitag abschließen, sodass wir am Samstag Zeit hatten uns auf die Prüfungen vorzubereiten.

Gut vorbereitet kehrten wir am Sonntagmorgen auf den Flugplatz zurück und legten als erstes unsere theoretischen Prüfungen und danach die praktische Prüfung ab.

Die theoretische Prüfung besteht aus einer Lehrprobe (Unterrichtseinheit) und einer theoretischen Prüfung, bei der wir zu allen neun Fächern der Segelflugtheorie und vor allem zu dem Thema Luftrecht abgefragt wurden. Nachdem wir alle den theoretischen Teil bestanden hatten, brachten wir die Segelflugzeuge an den Start und legten den praktischen Teil ab. Dabei musste jeder von uns insgesamt 3 Starts absolvieren, 2 Windenstarts und ein F-Schlepp. Auch die praktische Prüfung haben wir alle bestanden. Mit Vorfreude warten wir auf unsere Lizenzen und mit dem Schulen zu beginnen. Mit dem FI(S) haben wir auch die Grundsteine für den Trainer C gelegt, mit dem Ziel später auch weitere Trainerscheine zu erwerben.

Ein besonderes Dankeschön an Eike Novatscheck für die Organisation dieses Lehrgangs und ebenso ein großes Danke an die fleißigen Helfer des Flugsport-Club Kyritz e.V. , die diesen Lehrgang eigens für uns organisiert haben.


Die E4Glide in St Auban - Frankreich

Patrick Benoist

Mitte September ging es für Max und Patrick zu ihrem letzten Wettbewerb auf der Nordhalbkugel in diesem Jahr. Für uns beide war der E4Glide in St. Auban der erste Wettbewerb in den Alpen. Allerdings waren beide durch die Trainingslager in Vinon, Fayence und Puimoisson hervorragend vorbereitet, sowohl auf das Gebiet als auch auf den Gebirgssegelflug.

Da man für den E4Glide einen Flieger mit FES-Antrieb benötigt, wurden uns freundlicherweise von Holger Back die DG1000E Neo von DG-Flugzeugbau zur Verfügung gestellt. Durch die Regeländerung im Winter, durfte die DG1000 als schwerstes Flugzeug, nun auch mehr Energie verbrauchen als die anderen, leichteren Flugzeuge und war somit völlig konkurrenzfähig. Mit dieser Bereitstellung, hatte sich das Flugzeugproblem gelöst und es ans Regeln studieren. Der E4Glide fand im GP-Format statt, da hatten Max und Patrick im Laufe des Jahres bei den GPs in Schweden und Deutschland ausreichend Erfahrung gesammelt, um auch darauf sehr gut vorbereitet zu sein.

Der erste Wertungstag lief für uns sehr gut. Die Aufgabe war aufgrund des eher schwachen Wetters klein ausgeschrieben und somit konnte man den FES oft nutzen. Am Ende der Aufgabe mussten wir uns nach einem spannenden Endanflug im Duell um Platz 3 allerdings mit lediglich einer Sekunde Abstand dem DuoDiscus geschlagen geben. Platz 4 war trotzdem ein fantastisches Ergebnis und haben extrem viel Erfahrung sammeln können, wie und wann man den FES am besten einsetzt.

Tag 2 versprach deutlich besseres Wetter und somit eine längere Aufgabe. Nach längerem Warten im Grid wurde doch eine kleinere B-Aufgabe gestellt. Doch die Bedingungen waren anfangs sehr schwer, somit mussten wir zusammen mit Tilo Holighaus kurz vor Linienöffnung wieder landen. Gott sei Dank wurden wir wieder zur Linie geschleppt und konnten (wenn auch eine Minute später) 250m höher als alle anderen abfliegen und hatten so bereits im ersten Bart alle wieder eingeholt. Bei der 2. Wende waren die Bedingungen wieder sehr schwer und nach langem Basteln kamen wir zwar wieder hoch, allerdings mit sehr viel Zeitverlust. Somit nur ein enttäuschender 6. Platz.

Tag 3 sollte der interessanteste Tag des ganzen Wettbewerbes werden. Die Vorhersage war trotz großer Abschirmung zuversichtlich. Dieser Optimismus sollte sich allerdings leider nicht bewahrheiten. Wie schon am Tag davor, wurde nach langem Warten eine B-Aufgabe verteilt und dann mit dem Schleppen begonnen. Schon im Schlepp wurde klar, heute wird es nicht einfach. Die Luft war fast tot, somit verbrauchten alle bis zum Start wahnsinnige Mengen an Energie. Das war vor allem für die DG1000 fatal, da man während der Aufgabe zwar die gesamte Kapazität der Batterie nutzen kann, dann allerdings nichts mehr für vor dem Abflug hat. Schon nach 60km war die gesamte Energie bei nahezu allen Piloten verbraucht. Der Großteil entschied sich deshalb wieder heimzufliegen. Wir beobachteten anschließend am Boden, wie nacheinander alle 5 Piloten, die weitergeflogen sind, außenlanden oder auch umdrehen. Letztendlich konnte kein Pilot die Aufgabe beenden und der Tag im Nachhinein neutralisiert.

Nach den Strapazen vom Vortag, war der Wettergott gnädig und sendete viel Regen. Somit wurde Tag 4 neutralisiert und die Piloten konnten wieder Kraft tanken für die letzten drei Tage.

Obwohl wir wieder ausgeruht waren, begann der Tag denkbar schlecht. Schon an der 1. Wende lagen wir 20km zurück und entkamen nur knapp einer Außenlandung am Lac de Serre Porcon. Doch dank einer wahnsinnigen Aufholjagd mit riskanten Entscheidungen bei der 2. und 3. Wende, sowie durch eine große Fehlentscheidung der Führungsgruppe am vorletzten Schenkel, arbeiteten wir uns. Dieser Einsatz hat uns einen tollen 4. Platz in der Wertung eingebracht.

Der vorletzte Tag versprach leichten Mistral und viele Wellen. Somit wurde die Gebietskenntnis essentiell für ein gutes Ergebnis. Für die beiden lief es auf der 1. Hälfte sehr gut. Doch dann verloren wir aufgrund einer Fehlentscheidung beim Sprung in ein unbekanntes Gebiet etwa 20 Minuten Zeit. Damit war der Traum von einem Tagessieg geplatzt. Zurück am Flugplatz war die Enttäuschung natürlich sehr groß, denn letztendlich waren wir trotz unserer Fehlentscheidung nur 22 Minuten hinter Platz 1.

Samstag war dann schon der letzte Wertungstag der E4Glide. Wir hatten uns vom Vortag gut erholt und warn mental gut drauf. Zum Abschluss gab es nochmal starken Mistral. Der Tasksetter war gnädig und legte die Aufgabe entlang der Nordhänge und ohne Fallen. Somit versprach die Aufgabe einen hohen Schnitt. Dies sollte sich bewahrheiten. Nach einem spannenden und engen Tag kam das Team „E“ nochmal auf Platz 4. In der Gesamtwertung bedeutete das letztendlich Platz 6.

An der Spitze gewann Giorgio Galetto vor Matthew Scutter und Benjamin Neglais. Am Abend trafen sich alle noch zur Siegerehrung und einem gemeinsamen Abschlussessen, bevor es früh am nächsten Morgen wieder Richtung Heimat ging.

Der EGlide war wirklich eine sehr großartige Erfahrung und ist ein fantastisches, neues, aber auch wahnsinnig anspruchsvolles Wettbewerbsformat. Ein großes Dankeschön geht an Holger Back für den Flieger, an Tilo Holighaus für die ganzen Tipps und die Hilfe während dem Wettbewerb und natürlich auch an St. Auban für die fantastische Organisation dieses Wettbewerbes.

Insgesamt schauen wir am Ende der Saison auf ein facettenreiches Programm zurück. Nun gilt es sich für den Fluglehrerlehrgang in Kyritz vorzubereiten, der für Patrick den letzten Meilenstein im Training des Sportsoldatenjahres bedeutet. Für die anderen gilt es nach dem Lehrgang  nach Südafrika zu verlegen.


Qualifikation 18m- und Offene Klasse Lachen-Speyerdorf

Patrick Benoist

Für Clemens und Patrick ging es im August zur letzten Quali des Jahres nach Lachen. Clemens trat dort im Ventus 3 „IYB“ in der 18m-Klasse an. Patrick bekam erneut von Dr. Claus Triebel den Arcus M „SP“ zur Verfügung gestellt und versuchte sein Glück in der Offenen Klasse.

Ein Blick in die Wettervorhersage versprach heiße und nahezu immer fliegbare 10 Tage. Die ersten Tage sahen dabei besonders gut aus. Tag 1 begann direkt mit einer 490km RT um Frankfurt für die Offene Klasse und einer 450km RT für die 18m-Klasse. Die 18m-Klasse hatte dabei den Vorteil südlich Frankfurt bleiben zu dürfen und somit nahezu den ganzen Tag Wolken zu haben. Somit gewann Matthias Sturm diesen Tag mit einem unfassbaren Schnitt von 152km/h. Clemens schaffte mit seinem 134er Schnitt einen respektablen 8. Platz. Bei der Offenen Klasse war der Großteil der Aufgabe im Blauen. Trotzdem schaffte Enrique Levin mit seiner EB29R einen Schnitt von 136km/h. Patrick musste sich durch einen Fehler am Ende mit seinem 120er Schnitt nur mit Platz 4 zufriedengeben.

Tag 2 versprach noch besseres Wetter. Somit bekam die Offene Klasse 510km RT und die 18m-Klasse 460km RT. Letztendlich gab es doch mehr Blauthermik als erwartet auf den ersten und letzten Schenkeln. Somit tat sich Patrick im Duell gegen die „Langohren“ bei dem vielen Gleiten relativ schwer und musste sich mit Platz 5 begnügen. Clemens hatte noch mehr Pech in den teilweise schwierigen Bedingungen und wurde lediglich 17.

Nachdem nun 2 Wertungstage geflogen waren, stand an Tag 3 eine AAT an. Um nach den riesigen Aufgaben vom Vortag mal eine entspanntere Aufgabe zu stellen, bekamen beide Klassen eine identische AAT nach Osten mit 3,5h Mindestzeit. Für Patrick lief es heute wie am Schnürchen und die mit Enrique herausgearbeitete Taktik am Morgen ging perfekt auf. Somit ein hervorragender 2. Platz hinter Enrique mit einem hervorragenden Schnitt von 142km/h. Die 18m-Klasse war schon im abbauenden Wetter unterwegs und somit etwas langsamer. Clemens 136er Schnitt reichte nur für Tagesplatz 18.

Tag 4 hatte ähnliche Bedingungen wie der Vortag. Dementsprechend schrieb man in etwa die Aufgabe von Tag 3 aus, nur als RT. Für die Offene Klasse somit 445km RT, für die pfeilschnelle 18m-Klasse 448km RT. Patrick verpasste nur knapp Platz 3 mit lediglich 30 Sekunden Rückstand und einem 137er Schnitt. Um aber mal die unfassbaren Schnitte herauszustellen: Enrique Levin war heute Tagesschnellster mit einem 158er Schnitt und das auf einer RT ist rekordverdächtig in Deutschland. Die 18m-Klasse war ähnlich schnell mit Uwe Höfinghoff der einen 155er Schnitt über die Strecke brachte. Wie eng die 18m-Klasse war sieht man an Clemens: Er wurde mit seinem 150er Schnitt lediglich 19.

Wertungstag 5 in Folge und man war sich erstmals nicht sicher, ob das Wetter wirklich so gut wird. Deshalb entschied man sich für eine 3h AAT in beiden Klassen. Bei der Offenen Klasse waren die Bedingungen am Anfang schwierig. Doch das Wetter baute überraschend auf dem letzten Schenkel auf und die Piloten jagten mit einem 180er Schnitt auf dem letzten Schenkel Richtung Ziel. Da niemand mit so einem Schnitt gerechnet hat kamen knapp die Hälfte der Piloten zu früh ins Ziel. Unter diesen 5 auch Patrick, der somit nur 6. wurde. Bei Clemens lief es heute endlich wieder besser und er wurde mit einem 133er Schnitt 9.

Tag 6 war erstmals fragwürdig, ob man überhaupt fliegen kann. Trotz eines Regenschauers am Morgen fand man ein fliegbares Fenster, in dem man 220km in der Offenen bzw. 200km in der 18m-Klasse fliegen konnte. Diese schwierigen Bedingungen waren natürlich besonders schlimm für Patrick, da der Arcus so einen extremen Nachteil gegenüber den Offenen Klasse Flugzeugen hatte. Doch ein 8. Platz reichte, um in der Gesamtwertung auf Platz 2 zu klettern. In der 18m-Klasse war es auch nicht einfacher. Clemens schlug sich trotzdem ganz gut und wurde 12.

7. Wertungstag in Folge und der vorerst letzte sichere fliegbare Tag. Für beide Klassen gab es nochmal eine sehr schöne Strecke rund um Stuttgart. Patrick machte leider auf der Alb und rund um die vorletzte Wende zu viele Fehler und wurde dadurch lediglich 6. Die 18m-Klasse war wieder unglaublich schnell und sehr eng zusammen. Somit reichte Clemens‘ 126km/h Schnitt lediglich für Platz 12.

Die nächsten 2 Tage gab es dann eine wohlverdiente Pause, bevor es zum Showdown am letzten Tag kommen sollte. Diese Zeit wurde intensiv zur Etnspannung in der Therme genutzt oder aber vor dem Laptop, um sich auf den letzten Tag vorzubereiten.

Am letzten Tag wurde es nochmal spannend. Bei Patrick ging es darum, ob er 2. oder 3. wird und bei Clemens um die Qualifikation zur DM in Bayreuth. Da das Wetter wieder undurchsichtig war und man alle Piloten zum Abschlussabend wieder am Platz haben wollte, schrieb man eine kleine 2h AAT aus. Für die Offene Klasse war diese Aufgabe überraschend zu klein. Enrique Levin flog die Aufgabe ganz aus und kam trotzdem 5 Minuten zu früh. Patrick machte den Fehler und flog zu früh ab. Durch Platz 6 rutschte er auf Gesamtplatz 3 ab. Bei Clemens lief es leider auch nicht besser. Platz 13 am letzten Tag macht auch Platz 13 in der Gesamtwertung und somit vermutlich knapp an der Qualifikation vorbei.

Nach den Strapazen der letzten 10 Tagen durfte dann endlich am Abschlussabend ausgiebig gefeiert werden, bevor es am nächsten morgen nach der Siegerehrung wieder nach Hause ging. Es war wirklich ein super organisierter und spaßiger Wettbewerb, bei dem jeder gerne wieder teilnimmt, vor allem natürlich bei diesen Wetterbedingungen. Insgesamt wurde in der Offenen Klasse 6-mal über 400km und 2-mal über 500km Aufgaben geflogen, was auch bei den Großen sehr beachtlich ist. Herzlichen Glückwunsch an Enrique Levin, der in der Offenen Klasse mit 8/8 Tagessiegen souverän gewonnen hat und an Matthias Sturm, der mit 5/8 Tagessiegen ähnlich dominant gewonnen hat.


Klippeneck Wettbewerb

Clemens Berger

Jan Schulz und ich (Clemens Berger) verbrachten Ende Juli und Anfang August einige Zeit auf dem Klippeneck, um am gleichnamigen Wettbewerb teilzunehmen. Die Ausgangslage erlaubt im Hochsommer in aller Regel hohe Schnitte auf der Alb und im Schwarzwald und das Teilnehmerfeld ist für einen “Spaßwettbewerb” zumeist gut besetzt.

Jan trat mit seiner Hornet WL (K2) in der Clubklasse an, während mir erneut der DaeC-Ventus (IYB) für die 18m-Klasse zur Verfügung stand.

Der erste Wertungstag verprach bei labilem Wetter passable Schnitte und Jan konnte sich über 331km im Schwarzwaldund auf der Alb mit knapp 92km/h direkt den ersten Tagessieg sichern. Für mich ging es 421km um Stuttgart herum und 112km/h reichten für einen 2. Platz.

Am zweiten Tag baute Jan mit einem weiteren Tagessieg seine Führung aus, nachdem er seine Hornet über 255km mit 103km/h bewegen konnte. Bei mir lief es leider nicht so gut, nachdem ich vor dem Abflug mit einer Abschirmung und anschließend mit dem Schwarzwald zu kämpfen hatte. 104km/h auf 336km reichen mit einem Ventus dann nur für den 14. Platz.

Souverän fuhr Jan auch am dritten Wertungstag erneut einen Tagessieg ein, indem er die Alb und den Schwarzwald mit 101km/h auf einer 2:30h AAT bezwang. Ich musste mich mit einem 3.Platz begnügen, nachdem ich erneut mit dem Schwarzwald gerungen hatte und über 3:00h am Ende “nur” 119km/h erreichte.

Am 4. Wertungstag geschah etwas Unvorhergesehenes und mit 100km/h über 305km wurde Jan doch tatsächlich sein Tagessieg-Abonnement (knapp) gekündigt und in Ermangelung der Essensgutscheine, welche es bis dato als Tagespreise gab, wurde im K2-Mobil der Gaskocher eingeheizt. Mein Equipment war ebenfalls in reger Nutzung, da knapp 123km/h über 369km erneut den 3. Platz zur Folge hatte.

Am 5. Wertungstag wurde bereits im Briefing klar, dass uns afrikanische Bedingungen bevorstanden. Bei Basishöhen jenseits der 3000m sollten schnelle Flüge möglich sein. Der mutmaßliche Hunger auf die Fritten aus der Kantine motivierten Jan dann so sehr, dass er sich mit atemberaubenden 117km/h über 311km wieder den Tagessieg und damit Essensgutscheine sichern konnte. Bei mir lief es nach leichten Schwierigkeiten zu Beginn der Aufgabe dann auch ganz gut und mit 141km/h über 340km landete ich erneut auf dem 3. Platz.

Die Flügel glühten immernoch vom Vortag, aber die Thermik riss erneut alles in die Höhe, was auch nur entfernt nach Flugzeug aussah. Jan konnte es aber nicht lassen und beschloss sich Geislingen aus der Nähe anzuschauen. Nach der Tiefflugeinlage brauchte er dann leider einige Minuten um wieder auf Reiseflughöhe zu steigen und nach 403km standen nunmehr 101km/h auf dem Tacho seiner Hornet. Zurück auf dem Boden der Tatsachen reichte es also erstmal nicht fürs Podium aber immernoch für einen 4. Platz. Bei mir lief es vermeintlich reibungsloser und nachdem die 436km mit fast 138km/h abgehakt waren, war ich auf die Sekunde gleich schnell wie der seit dem 1.Tag Führende. Allerdings hatte ich das LX mal wieder nicht im Griff und musste 2 Strafpunkte hinnehmen, was mich den geteilten Tagessieg kostete.

Die letzten beiden Tage wurden von der Wettbewerbsleitung jeweils im Grid neutralisiert, was bei vielen erschöpften Piloten nur auf wenig Gegenwehr traf.

Nach 6 Wertungstagen mit unglaublich hohen Schnitten wurde also abgerechnet: Jan Schulz konnte mit seinen sehr souveränen Flügen und vier Tagessiegen die Gesamtwertung der Clubklasse für sich entscheiden. Mir reichte es mit 5 Podiumsplätzen für den 2. Platz in der Gesamtwertung der 18m-Klasse. Wir hatten beide eine sehr schöne Zeit auf dem Klippeneck, welche von Hammerwetter geprägt war. Für Jan stellt der Wettbewerb zudem den Abschluss der europäischen Wettbewerbssaison dar, während bei mir noch die 18m-Quali in Lachen-Speyerdorf auf dem Plan steht, wo auch Patrick an den Start gehen wird. Wir werden also weiterhin berichten...


FAI Sailplane Grand Prix Eisenhüttenstadt

Max Maslak

Nach vielen Wettbewerben dieser Saison, stand nun mein letzter Wettbewerb in Deutschland auf dem Programm – mein 2. Grand Prix in Eisenhüttenstadt, nachdem ich schon in Boras/Schweden teilgenommen hatte.

Es war besonders wertvoll, dass ich bereits zusammen mit Patrick und Clemens in Schweden das Wettbewerbsformat des Grand Prix kennengelernt habe, da ich bereits alle Regeln kannte und das Format schon einmal taktisch durchdenken konnte. Ich konnte mich auf die Taktik und das Fliegen konzentrieren.

Ich habe mich sehr auf den Grand Prix gefreut, da ich das Format genial finde. Alle fliegen gleichzeitig bei einem „Regattastart“ ab, somit kann man im direkten Vergleich sehen, welche Entscheidungen „schneller“ waren und welche eher „ausgebremst“ haben. Mir war vor dem Wettbewerbsbeginn bereits bewusst, dass ich mit einem nicht ganz konkurrenzfähigen Flugzeug in der 18-meter-Klasse antrete. Das hat mich trotzdem nicht davon abgehalten mitzufliegen, da ich in erster Linie viel Spaß haben, meine Erfahrungen weiter vertiefen und neue Leute in der Szene kennenlernen wollte.

Nun zum fliegerischen Teil:

Am ersten Tag war Blauthermik vorhergesagt, allerdings mit guten Steigwerten und Basishöhen von über 1500 Metern. In Realität war die Basis sogar noch höher und wir konnten Schnitte von gut über 100km/h erfliegen, was ich für einen blauen Tag sehr beachtlich fand. Bis zum Endanflug konnte ich mit dem Discus ganz gut mithalten, jedoch habe ich dann kurz vor dem Endanflug durch eine zu risikoreiche Entscheidung einen Bart nicht anzunehmen, keinen Punkt bekommen. Man wählt im Grand Prix meist ein hohes Risiko, da ab dem 10. Platz in der Tageswertung 0 Punkte vergeben werden. Somit kann man nicht viel verlieren, aber viel gewinnen. Eine Besonderheit war, dass die Großwetterlage von Beginn des Wettbewerbes sehr gut aussah und wir uns somit sicher waren, dass die ersten Tage des Wettbewerbs gut fliegbar sein würden. Ich dachte, irgendwann werde ich mir schon die Punkte holen.

Ab dem zweiten Tag gab es dann auch endlich Wolken, was jedoch bei Schnittgeschwindigkeiten von knapp 130km/h nicht wirklich förderlich für die Leistung von einem Starrflügel wie dem OLC-Discus ist. Ich dachte mal wieder, dass schon noch bessere Tage für den Discus kommen werden.

Am 3. Tag war das Wetter etwas schwieriger und sehr kleinräumig. Dank der Sportleiterin Sabrina Vogt wurde ein nahezu perfekter Task erarbeitet, wodurch es uns möglich war, auch an diesem Tag einen guten Wertungstag zu erfliegen.

Im weiteren Verlauf des Wettbewerbes was das Wetter von Polen bis zum Fläming sehr gut sodass das vordere Gewinnerfeld jeden Tag einen Schnitt von ca. 130km/h erflogen hat.

Ich konnte leider keinen Punkt mehr gewinnen, jedoch konnte ich das super Wetter genießen, habe den sogenannten „Zauberwald“ kennenlernen dürfen (ich kann bestätigen, der hat sehr starke Thermik gezaubert), habe viel Spaß am Flugplatz gehabt, neue Freundschaften geknüpft und meine Erfahrungen in diesem Format vertieft.

Das war definitiv nicht mein letzter Sailplane Grand Prix und ich freue mich schon auf den Nächsten.

Meine herzlichen Glückwünsche an die Gewinner des Wettbewerbs! Außerdem vielen Dank an den FSV-Eisenhüttenstadt. Der gesamte Wettbewerb war perfekt organisiert und ich freue mich sehr auf den nächsten Wettbewerb bei euch.

 

Nun geht es zum Fliegen nach Südfrankreich bevor ein Teil von uns im November nach Afrika auf die Südhalbkugel gehen wird, um dort an den South African Nationals teilzunehmen.

 


Deutsche Meisterschaft in Zwickau

Jan Schulz

Während es nach der Quali in Landau für die anderen 3 Jungs nach Romorantin (Frankreich) ging, fuhr ich weiter nach Zwickau auf die Deutschen Meisterschaften in der Club-, Standard- und 15m-Klasse.

Dieses Mal flog ich nicht die Hornet sondern den Discus CS meines Vereins, um zu testen wie viel besser oder schlechter es ist einen Clubklasse-Wettbewerb mit hohem Index zu fliegen. Das Hauptziel war es natürlich mich möglichst gut zu Platzieren.

Am ersten Wertungstag, gab es für uns in der Clubklasse eine 3h AAT mit 115.72 km - 294.63 km. Das Wetter wurde sehr gut vorhergesagt allerdings mit sehr starkem Wind. Leider ging es für mich auf dem 2. Schekel zu Ende und ich musste außenlanden. Am Ende des Tages platzierte ich mich auf Platz 26.

Das Wetter des 2. Wertungstags war schon im Briefing nicht wirklich gut vorhergesagt und wir bekamen trotzdem eine Racing Task mit einer Gesamtlänge von 281 km. Nachdem ich mich bis zur letzten Wende durchgekämpft habe, war es nur noch mit viel Glück zu schaffen und ich legte mich zusammen mit 23 anderen Piloten der Clubklasse auf einen Acker kurz nach der Wende. In der Tageswertung platzierte ich mich an dem Tag auf Platz 18.

Starker Sonnenschein am Morgen des 3. Wertungstages gab Hoffnung auf gutes Wetter. Das Bestätigtedann  auch unser Meteorologe und wir flogen eine Racing Task mit einer Strecke von über 357 km, bei der ich am Ende des Tages einen 90 km/h Schnitt erreichte und ich mich auf den 25. Platz flog.

Richtig bergauf ging es für mich dann ab Wertungstag 4. Bei einer 3 Stunden AAT erreichte ich den 6. Platz mit einem schnitt von 101,57 km/h , was mich in der Gesamtwertung zwar nicht besser gemacht hat aber mir wieder Motivation gab.

Bei Tag 5 war Hammerwetter angesagt und wir bekamen eine Racing Task mit einer Gesamtlänge von 409 km. Dass es an diesem Tag eine gute Platzierung für mich geben wird, habe ich schon auf dem ersten
Schenkel bemerkt, da ich den Pulk mit sehr gut platzierten Piloten aufgrund einer super Aufreihung schon eingeholt hatte obwohl ich erst 15 min nach ihnen abgeflogen bin. Mit diesem Flug landete ich in der Tageswertung auf dem 2. Platz, was mich in der Gesamtwertung von Platz 25 auf Platz 18 brachte.

Der 6. WT sollte nicht schlechter werden und eine 4:30 AAT hat das auch bestätigt. Nach einem schnellen 1. und 2. Schenkel ging es die Restlichen 200 km im Blauen weiter. Am Abend diesen Tages ging es gut weiter und ich Platzierte mich in der Wertung wieder kurz hinter Stefan Langer auf Platz 2, sodass ich gesamt den 12. Platz erreichen konnte.

Die letzten beiden Tage liefen auch nochmal sehr gut und mit einem 5. und einem 4. Platz konnte ich mich in der Gesamtwertung auf den 11. Platz fliegen, womit ich trotz des schlechten Starts in den Wettbewerb sehr zufrieden bin.


Alles in allem war das sicherlich einer meiner lehrreichsten Wettbewerbe mit wahnsinnig kontrastreiche Wetter das immer für Überraschungen gesorgt hat. Mit insgesamt 8 Wertungstagen war das nicht nur für die Piloten, sondern auch für alle anderen Beteiligten ein sehr anstrengender Wettbewerb. Somit bedanke ich mich vielmals bei der Wettbewerbsleitung und den vielen Helfern des Aero-Club Zwickau e.V. und ich freue mich schon auf den nächsten Wettbewerb bei euch.

Als nächstes geht es für uns alle gemeinsam nach Brandenburg auf die Junioren Quali.


Hahnweide Wettbewerb 2022

Clemens Berger

Direkt im Anschluss an unseren Aufenthalt in Schweden und der Teilnahme am dortigen Quali Grand Prix in Boras stand für mich der Hahnweide Wettbewerb auf dem Plan.
Da meine drei Kollegen im gleichen Zeitraum die Junioren Quali in Landau flogen und ich als einziger SpoSo in Kirchheim an den Start ging, werde ich im Rahmen des Berichts lediglich meine Erfahrungen schildern.
Für die Hahnweide stand mir nach Schweden nochmals der Ventus 3T “IYB” des DAeC zur Verfügung und ich war für die 18m-Klasse gemeldet. Diese war in diesem Jahr mit 37 Piloten die größte Klasse und mit ehemaligen Weltmeistern und Weltmeisterschaftsteilnehmern aus verschiedenen Nationen sehr stark besetzt. Und inmitten der “altgedienten” Spitze sprang ich herum, in der Hoffnung nicht völlig unterzugehen.
Im Vorfeld des Wettbewerbs war die Prognose für die schwäbische Alb sehr gut, was ich im Rahmen möglichst vieler Trainingsflüge nutzen wollte. Denkwürdig war insbesondere der zweite Trainingsflug: Eine heiße und energiegeladene Luftmasse, welche im Tagesgang zusehends über entwickelte. Glücklicherweise reihten die Überentwicklungen auf der Alb und im Schwarzwald und erlaubten einen optisch spektakulären Flug. Per Funk im steten Austausch mit Krümel gelang es mir über 200km ohne einen einzigen Kreis zu fliegen.

Leider sollte das gute Wetter nicht bis zu Beginn des Wettbewerbs anhalten. Am ersten Wertungstag galt es stattdessen unter eher schwierigen Bedingungen 294km auf der Alb zu fliegen. Leider unterlief mir hierbei ein kapitaler Fehler und ich programmierte fein säuberlich in beide Rechner die B-Aufgabe ohne dies zu merken. In der vermeintlichen 1.Wende bemerkte ich meinen Fehler und mit einem Blick in Soaringspot war klar, wohin es eigentlich gehen sollte. Leider hatte ich durch den gemachten Umweg 500m auf den Pulk verloren und musste unter einer Abschirmung gegen die drohende Außenlandung kämpfen. Weitestgehend alleine und mit einer gänzlich anderen Routenwahl aufgrund der Abschirmungen musste ich nach 195km den Turbo zünden was für Platz 22 reichte. So ein Fehler nagt natürlich am Selbstvertrauen…
Erst einige Tage später war uns wieder ein Wertungsflug unter halbwegs kniffligen Bedingungen vergönnt. 232km auf der Alb und im Gäu galt es unter zahlreichen Ausbreitungen zu bewältigen. Durch den späten und die zunehmende Ausbreitungstendenz tat ich mich zusehends schwer und wähnte mich bereits auf der Hahnweide ohne die letzte Wende genommen zu haben. Glücklicherweise fand ich unterhalb der Albkante noch zwei Bärte und konnte die Aufgabe als letztes Flugzeug der 18m-Klasse doch noch beenden. Als einziger “Rumkommer” der spät abgeflogenen Pulks hatte ich zwar den geringsten Schnitt aller Piloten, aber immerhin eine Geschwindigkeitswertung und es damit auf den 24. Platz geschafft.
Am nächsten Tag standen unter besseren Bedingungen 366km auf der Alb und im Schwarzwald auf dem Programm. Weitestgehend reibungslos gestaltete sich lediglich der letzte Schenkel etwas schwieriger und ich ließ leider viele Punkte liegen. Mit Mühe konnte ich zumindest 101km/h nach Hause bringen und landete auf einem unbefriedigenden 26. Platz.
Der letzte Wertungstag versprach gute Wolkenthermik und es galt zwischen 308 und 626km im Rahmen einer 4h-AAT zu bewältigen. Meinen anfänglichen Plan mit dem Führungspulk zu fliegen musste ich aufgrund eines unnötigen Fehlers schnell wieder aufgeben. Allerdings konnte ich unter einer tollen Konvergenz im Schwarzwald meinen Schnitt in die Höhe treiben und landete dadurch am Ende mit 105km/h auf dem 13.Platz.
Über den Wettbewerb hinweg machte ich leider zahlreiche Fehler und somit sollte es in der Gesamtwertung nur zu einem 19.Platz reichen. Dennoch hatte ich im Laufe des Wettbewerbs viel Spaß, konnte interessante Gespräche führen und sowohl am Boden als auch in der Luft viel lernen. Somit wird der diesjährige Hahnweide Wettbewerb sicherlich nicht meine einzige Teilnahme bleiben und ich freue mich schon auf mögliche Teilnahmen in der Zukunft!


Junioren Quali in Landau

Patrick Benoist

Junioren Quali Landau 2022

Kaum waren wir aus Schweden zurück, ging es für uns alle direkt weiter. Für Max, Jan und Patrick ging es nach Landau auf die Juniorenquali die zusammen mit den Deutschen Meisterschaften der Frauen stattfand.

Jan trat mit seiner Hornet „K2“ in der Clubklasse an, Max mit dem Discus2ct „OLC“ und Patrick mit seiner LS8-t Neo „PB“ in der Standardklasse. Das Ziel für alle drei war natürlich sich für die nächste DMJ zu Qualifizieren.

Der erste Wertungstag begrüßte uns mit augenscheinlich sehr gutem Wetter, so dass alle guter Dinge und hochmotiviert den Tag begonnen haben. In der Standardklasse war die Aufgabe allerdings doch schwieriger gelegt, als anfangs angenommen, sodass letztendlich nur 4 PilotInnen die Aufgabe beenden konnten. Patrick hatte leider Pech und musste nach lediglich 157km den Motor zünden und wurde enttäuschender 16. Für Max und Jan lief es dagegen deutlich besser. Für Jan war es ein geteilter 3. Platz und Max musste sich lediglich Jens Kammerer geschlagen geben und wurde 2.

Tag Zwo wurde noch einmal deutlich schwieriger. Bei extrem schwachen Bedingungen rund um den Flugplatz mussten sich alle Piloten sehr bemühen, um überhaupt in der Luft zu bleiben. Doch dank einer fantastisch gelegten AAT und deutlich besserem Wetter im Odenwald und Pfälzerwald, war es doch ein gelungener Tag mit deutlich mehr Heimkommern als am Vortag. Für Jan gab es leider nur einen 12. Platz, was aber bei den wenigen Punkten sehr unproblematisch war. Für Patrick lief es deutlich besser als am Vortag, allerdings immer noch nicht berauschend mit Platz 7. Max dagegen knüpfte an die tolle Leistung an und wurde 3.

Am nächsten Morgen weckte uns das Prasseln des Regens auf unseren Zelten. Da dies meistens kein gutes Zeichen für einen Flugtag ist und sich für den Nachmittag starke Gewitter ankündigten, wurde der Tag neutralisiert. Diese Pause nutzen wir für einen Besuch in der Therme sowie eine Runde Sport, damit weder die Körperliche Fitness noch die Entspannung zu kurz kommen.

Auch wenn Wertungstag drei super gut vorhergesagt wurde, gab es letztendlich nur eher mittelmäßiges Wetter. So wurde wieder auf eine AAT zurückgegriffen. Jan löste diese Aufgabe am besten. Auch wenn AATs nicht sein Fachgebiet sind, hat er trotzdem einen 2. Platz eingefahren. Max übernahm in der Standardklasse sogar die Gesamtführung. Ihm reichte dazu allerdings ein 4. Platz. Patrick arbeitete weiter daran, seinen Rückstand vom 1. Tag aufzuholen, kam aber nicht über einen 8. Platz hinaus.

Wertungstag vier sah endlich sehr gut aus und versprach schnelle Flüge in allen Klassen. Auf Wunsch der Klassensprecher wurden die Aufgaben sogar nochmals vergrößert: 312km in der Clubklasse und ganze 480km in der Standardklasse. Auf der Aufgabe der Clubklasse entsprach das Wetter den Erwartungen. Trotz 30km/h Wind konnten Schnitte bis zu 92km/h erreicht werden. Die Aufgabe in der Standardklasse entpuppte sich letztendlich doch wiedermal deutlich schwieriger als angenommen, sodass lediglich 6 PilotInnen die Aufgabe beenden konnten. Letztendlich löste Patrick die Aufgabe am Besten und konnte mit einem 2. Platz endlich aufholen. Ähnlich gut lief es bei Jan, der mit einem 3. Platz in der Clubklasse die Gesamtführung übernehmen konnte. Nach einem langen Kampf kam Max als 5. zurück zum Flugplatz.

Das Wetter hielt leider nicht an und ein schwieriger fünfter Wertungstag stand bevor. Nach einigem Warten im Grid wurde die Clubklasse neutralisiert. Für die Standard- und 18m-Klasse ging es allerdings in die Luft. Bei extrem kurzlebigem Wetter hatte Patrick Pech und verpasste den Abflugzeitpunkt um lediglich 3 Minuten und musste unter einer zerfallenden Linie bereits nach 16km mit Motor wieder den Heimflug antreten und wurde somit leider letzter. Max dagegen hatte mehr Glück und konnte sich, auch wenn es knapp war, in der Luft halten und stürmte anschließend zum Tagessieg.

Der vorletzte Tag wurde dann noch schlechter als der Vorherige. Gegen Mittag entschied man sich dann doch gegen das Gridden und neutralisierte den Tag für alle Klassen. Wir nutzten die Zeit um uns von den Strapazen der letzten Tage zu erholen und uns auf den letzten Wertungstag vorzubereiten.

Auch wenn Max und Jan immernoch in Führung lagen war es ein knappes Rennen. Eine 3h-AAT bei vielen Schauern sollte über den Gesamtsieg entscheiden. Mit einem 5.Platz in der Tageswertung musste sich Jan am Ende leider Lukas Brune geschlagen geben und wurde Zweiter in der Gesatmwertung. Max und Patrick kamen nach einem spannenden Teamflug als 8. bzw. 7. ins Ziel. Durch den angesammelten Puffer reichte das Max zum Gesamtsieg! Patrick wurde letztendlich 7. in seiner Klasse, was aber einem 3. Platz in der Juniorenwertung entsprach.

Damit gab es in der Juniorenwertung einen 1., 2. und 3. Platz für die drei SpoSos! Ein fantastisches Ergebnis und somit ziemlich sicher die Qualifikation für die DMJ nächstes Jahr! Zum Abschluss noch ein riesiges Dankeschön an die fleißigen Helfer, die Wettbewerbsleitung und alle Organisatoren dieses tollen Wettbewerbs. Besonders großer Dank gebührt dabei Georg Theisinger für das Tasksetting, Renate Schneider für die Orga und Wettbewerbsleiter Sebastian Stücker, der bei Problemen immer gerne geholfen hat und uns zur Seite stand. Glückwunsch noch an die neuen Deutschen Meisterinnen Carolin Rothhardt (Clubklasse), Cornelia Schaich (Standardklasse) und Katrin Senne (18m Klasse). Abschließend ein Dank an alle anderen Teilnehmer, die den Wettbewerb zu einer kurzweiligen Veranstaltung gemacht und das Abendprogramm sichergestellt haben und mit welchen wir in der Luft sehr faire, sichere und spannende Duelle haben konnten.

Wir kommen jederzeit gerne zurück nach Landau!

Für Jan geht es weiter auf die Deutsche Meisterschaft der Clubklasse in Zwickau, wovon er sicher Einiges zu erzählen weiß.


FAI Sailplane Grand Prix Sweden - Boras

Patrick Benoist

Nach unserem ersten Trainingswettbewerb in Nitra ging es für Clemens, Max und Patrick nach Schweden zum Grand Prix in Borås. Der Grand Prix ist der erste Quali GP der neuen Grand Prix Serie XI.

Nebst uns Dreien hatten wir auch noch unsere Praktikantin Svenja dabei, die uns freundlicherweise während dem GP unterstützt hat und so einen Einblick in das SpoSo-Leben bekommen konnte. Für Clemens, Max und Svenja ging es bereits am 03. Mai nach Schweden. Patrick konnte leider erst zwei Tage später anreisen, da er die AS33 von Schleicher erst am 03. Mai abholen konnte. Die ersten zwei Tage war leider kein fliegbares Wetter, so dass wir anfangs am Boden ausharren mussten. Immerhin konnten wir in der Zeit einige Vorbereitungen treffen, wie die Eingangswägung, die Dokumentenkontrolle und eine kleine Einweisung in die Lufträume durch den Wettbewerbsleiter Kjell. Als Patrick dann am Freitag eintraf, konnten Max und Clemens ihre ersten freien Trainingsflüge machen, um sich das Gebiet anzuschauen. Bei sehr schnell abbauendem Wetter mussten beide allerdings ihren Turbo benutzen um wieder heim zu kommen. Am Samstag stand dann der offizielle Trainingstag an. Bei teilweise sehr schnellen Bedingungen konnten wir uns gut in das für uns alle neue Wettbewerbsformat einfliegen.

Am Abend wurden uns dann im Eröffnungsbriefing die Regeln nochmal durch den FAI Referee Antoine Havet erklärt, sodass es keine Missverständnisse aufgrund der doch stark von "klassischen" Wettbewerben abweichenden Regeln gibt.

Der erste Racingtag begann gleich mit traumhaften Bedingungen und 290km Aufgabe. Nach einem optisch sehr schönen Rennen mit Sightseeing Wende am Meer, kam Clemens zwar als zweiter über die Ziellinie, doch nach leichter Fehleinschätzung des Endanflugs bzw. zu starkem Duell mit Klaus Kalmbach und 100 Strafsekunden, war es am Ende nur ein Dritter Platz für Clemens. Patrick und Max hatten etwas mehr Probleme und kamen so nach einen knappen 6 Flugzeuge-Finish, bei denen alle 6 Flugzeuge nur einen Abstand von 50 Sekunden hatten, als 8. und 9. über die Linie. Somit hatten allerdings alle drei direkt mindestens einen Punkt gesammelt und konnten damit direkt den „Zero Points Club“ verlassen.

Tag zwei hatte dann leider deutlich schlechtere Bedingungen mit überwiegend nur Blauthermik oder sehr kleinen Flusen. Die ersten 180km waren alle SpoSos noch bei der Spitzengruppe dabei, allerdings mussten alle drei nach der Wende abreißen lassen, so dass Clemens wieder als 1. Sportsoldat ins Ziel kam mit Platz 8, gefolgt von Patrick auf Platz 9 und Max auf Platz 13.

Ab dann waren leider einige unfliegbare Tage vorhergesagt. Die Prognose bewahrheitete sich, weshalb wir vier Tage auf ein Alternativprogramm ausweichen mussten. Diese Zeit haben wir dann erfolgreich mit Museumsbesuchen, Sport, Energieaufladen, administrativen Tätigkeiten, Unterhaltungen mit den anderen Teilnehmern/Helfern und einen Testflug von Max in der AS33 ausgefüllt.

Am letzten Wertungstag hatten wir dafür dann nochmal eine richtig gute Vorhersage. Somit flogen wir nochmal eine 240km Aufgabe zum Abschluss, um die Plätze für das Finale zu bestimmen. Von uns Sposos erfüllte Patrick die Aufgabe diesmal am besten und kam nach einem spannenden Zieleinflug von 3 Flugzeugen gleichzeitig auf Platz 3 über die Ziellinie. Max kam mit Platz 8 auch auf einem Punkterang in das Ziel. Clemens hatte etwas Pech und kam somit erst als 12. über die Linie.

Nach 3 spannenden Racingtagen stand die Siegerehrung an. Bester SpoSo war letztendlich Patrick auf Platz 6, vor Clemens auf Platz 8 und Max auf Platz 12. Gratulation auf jeden Fall an Stefan Langer zum Sieg, Klaus Kalmbach zu Platz 2 und Hermann Leucker zu Platz 3! Nach der Siegerehrung gab es dann noch ein fantastisches Abschlussessen. Am nächsten Tag konnten Max und Clemens noch einmal Strecke fliegen und beide um die 750km nach Hause bringen. Für Patrick hieß es leider bereits Abschied nehmen und per Fähre zurück nach Deutschland fahren.

Vielen Dank an den Boras Segelflygklubb, Antoine Havet (IGC Referee), Kjell Folkesson (Race Director), unsere Praktikantin Svenja für das tatkräftige Helfen, sowie an alle anderen Teilnehmer, die den GP zu einem super Erlebnis gemacht haben. Letztendlich haben wir alle drei beschlossen unbedingt wieder einen GP fliegen zu wollen! Max sogar noch dieses Jahr in Eisenhüttenstadt.

In den nächsten Artikeln wird euch Patrick von der Juniorenquali in Landau und Clemens vom Hahnweide Wettbewerb berichten.


Pribina Cup 2022 in Nitra - Slowakei

Clemens Berger

Nachdem wir nach und nach aus Vinon abgereist waren und ein paar mehr oder weniger ruhige Pausentage in der Heimat oder in Lesce Bled verbracht hatten, stand die nächste Trainingsmaßnahme auf unserem Plan:

Das C-Kader-Trainingslager in Nitra, welches im Rahmen des Pribina Cups abgehalten wurde.

Das dortige Trainingsziel war der enge Teamflug, weshalb Dreierteams bestehend aus je einem Trainer und zwei Trainees gebildet wurden.

Sebastian Nägel (Discus 2a XN) übernahm die Betreuung von Max (Discus 2c/15m OLC) und Jan (Discus 2b BW3). Auf der anderen Seite trainierte Henrik Bieler (Ventus 2b 1G) Patrick Benoist (LS8t PB) und Clemens Berger (LS6a 8A). Beide Teams traten in der gemischten 15m-Klasse gegen ein internationales und wettbewerbserfahrenes Teilnehmerfeld an.

Der erste angedachte Wertungstag wurde nach nerven zerreibender Pulkerei bei starkem Wind in der Luft neutralisiert, konnte allerdings anschließend für optisch eindrucksvolle Wellenflüge genutzt werden.

Die nächsten drei Wertungstage waren geprägt von zahlreichen Schneeschauern und extrem hohen Schnitten. So wurden die 120km/h mehrfach geknackt und 110km/h kein einziges mal unterboten!!!

Der vierte Wertungstag entwickelte sich entgegen der guten Vorhersage eher schwierig und bewog alle Teams zum Abbruch der Aufgabe, um keine unnötig großen Rückholtouren auf einem Trainingswettbewerb zu provozieren. Max und Patrick wagten sich aufgrund ihrer Turbos noch einige Wenden weiter, mussten schlussendlich aber doch abbrechen und zünden.

Das Wetter am letzten Wertungstag ermöglichte erneut sehr hohe Schnitte und war ein gebührender Abschluss für einen Wettbewerb mit speziell für April unglaublichen Bedingungen!

In der Gesamtwertung konnten Max Maslak mit dem 2.Platz und Jan Schulz auf dem 3.Platz Podiumsplätze ergattern, womit sie sich direkt hinter dem mehrfachen tschechischen Meister David Mach platzierten.

Patrick Benoist gelang mit dem 7.Platz ebenfalls eine Platzierung unter den Top10 und Clemens Berger blieb auf dem 12.Platz in der vorderen Hälfte des Teilnehmerfelds.

Der Pribina Cup wird uns nicht nur aufgrund des Wetters sondern auch in Anbetracht der nächtlichen “Teambuildingmaßnahmen” auf der Mostna Street in guter Erinnerung bleiben.


Das erste Trainingslager des Jahres - Vinon sur Verdon

Max Maslak

Unser erstes Trainingslager und der thermische Saisonanfang hat einen Monat von Mitte März an in Vinon stattgefunden. Als wir ankamen wurden wir leider erstmal mit einer Woche Schlechtwetter konfrontiert, sehr ernüchternd. Allerdings machten wir schonmal die Flugzeuge bereit für das alpine Fliegen und lebten uns am Flugplatz und in der Gegend ein. Als dann die Sauerstoffanlagen und Warnfolien in und auf den Flugzeugen angebracht waren hatten wir eine umfangreiche theoretische Einführung in das Fluggebiet und haben übersichtliche Karten erstellt, um alle nötigen Infos im Flug auf einen Blick zu haben. Außerdem haben wir die Außenlandedatei welche uns zur Verfügung stand auf neuesten Stand gebracht und zu den Feldern Bilder hinzugefügt, was in unserer Ansicht ein unerlässlicher Sicherheitsaspekt ist.

Nach dieser ersten Woche voller Arbeit, aber auch geselliger Abende, hieß es dann endlich: Flugwetter! Und wir haben uns nicht erträumen können was für ein Wetter dann auf uns zu kam. Mit Arbeitshöhen von bis zu 4700m MSL thermisch im blauen war das ein einzigartiges Wetter für den Zeitraum so früh im Jahr. Wir konnten über der Barre de Ecrins fliegen, ohne Probleme den Parcour Royale fliegen und uns von den Gletschern dort beeindrucken lassen. Strecken von über 600km waren für uns drin und es war ein perfekter Einstieg in die Saison. Durch die Vorbereitung und Planung der Trainer konnten wir sehr gut das Gebirgsfliegen in den französischen Seealpen trainieren.

In der Woche darauf konnten wir Kontrastwetter zu der trockenen Warmluft von davor erleben. Mit dem Einfluss von Kaltluft hatten wir Basishöhen von teilweise unter 2000m, wo man im Flachland entspannt fliegen kann, ist das in den Alpen nicht mehr so viel Höhe über dem Boden. Jedoch waren die Bärte gut gezeichnet und es gab schöne Wolkenaufreihungen womit wir auch unseren Spaß und Lerneffekte hatten und ebenfalls schnelle Schnitte und große Strecken fliegen konnten. Durch das gezielte Wettbewerbstraining wurden immer wieder Aspekte wie Markerabflug, AAT fliegen und Racing Tasks trainiert. Außerdem konnten wir alle viel über den Aufbau eines zielgerichteten Wetterbreifings lernen, denn dieses wurde von den Sposos im Wechsel vorbereitet und für uns  sowie später auch für die Teilnehmer der BfV.

Alles in allem war es ein sehr schönes Trainingslager. Vielen Dank an die BfV für die Gastfreundschaft und alle Anderen die das ermöglicht haben!

 


Flugphysiologisches Training in Königsbrück

Clemens Berger

In der ersten Märzwoche verbrachten wir einige Tage in Königsbrück am Zentrum für Luft- und Raumfahrtmedizin der Luftwaffe in Königsbrück. Dort wurden wir hinsichtlich der Gefahren von Sinnestäuschung, Desorientierung und Sauerstoffmangel sensibilisiert. Dies erfolgte sowohl durch theoretischen Unterricht als auch durch praktische "Selbstversuche" und Demonstrationen.

Der erste Tag begann mit einer interessanten Einheit zu unserer Atmosphäre, wofür unser Ausbilder weiter ausholte, als wir es zu diesem Thema bisher gewohnt waren: Die Entstehung der Atmosphäre durch erdgeschichtliche Ereignisse, der Einfluss der Plattentektonik und die Atmosphären anderer Planeten waren einige der behandelten Themen, welche uns zu einem umfassenderen Verständnis zum Thema verhalfen. Im Anschluss ging es um die Sensorik des menschlichen Körpers sowie deren Arbeitsweise, welche in der Fliegerei allerdings schnell an ihre Grenzen kommt und in der Folge zu gefährlichen Falschannahmen führen kann. Nach der theoretischen Einweisung durften wir einige relevante Sinnestäuschungen im Desorientierungstrainer selbst erleben - eine sehr eindrückliche Sensibilisierung insbesondere hinsichtlich der Gefahren bei einem ungewollten Einflug in Wolken oder bei schlechten Sichtbedingungen!
Am Mittag stand Unterricht zur Thematik "Sehen" an: Ein Vergleich unserer Augen mit denen anderer Lebewesen machte die Stärken und Schwächen des menschlichen Sehens deutlich, wodurch das Zustandekommen einiger Täuschungen und Eigenheiten logisch verständlich wurde. Vor Dienstschluss wurden wir noch auf das Training in der Höhenkammer vorbereitet, welches am folgenden Morgen anstand.

Am nächsten Morgen ging es vom Frühstückstisch direkt zu eben jener Kammer, welche die Möglichkeit bietet verschiedenste atmosphärische Bedingungen einzustellen. Voll verkabelt und an zusätzlichen Sauerstoff angeschlossen, "fuhren" wir in dieser auf 25.000ft (ca. 7.600m), wo uns erstmals der Sauerstoff abgestellt wurde. Nach unter 2min verspürten wir alle starke Symptome von Sauerstoffmangel, wobei uns nur die Zufuhr von reinem Sauerstoff vor der kurz bevorstehenden Handlungsunfähigkeit und Ohnmacht bewahrte. Nach nur wenigen Atemzügen aus der Sauerstoffmaske konnten wir aber wieder klar denken - Eine klare Demonstration der absoluten Notwendigkeit von Sauerstoff bei Höhenflügen!!! Im Anschluss "sanken" wir auf 18.000ft (ca. 5500m), eine für Wellenflüge in Südfrankreich nicht unübliche Höhe und daher von besonderer Relevanz für uns. Erneut wurde die Sauerstoffzufuhr abgeschaltet und nach deutlich längerer Zeit als noch zuvor - und dennoch erschreckend schnell - stellte sich schleichend ein Sauerstoffmangel ein. Diesen galt es für kurze Zeit mit Pressatmung zu lindern, um ein Gefühl für die Wirkung der Maßnahme (körperlich seeeehr anstrengend!!!) zu bekommen. Da diese Atemtechnik aber nur für wenige Sekunden Abhilfe schaffen kann, durften wir alsbald wieder aus dem Schlauch "schnüffeln". Alarmierend war in dieser Höhe, dass wir nicht alle Teilnehmer den Mangel selbstständig erkannten, obwohl die Handlungsunfähigkeit kurz bevorstand!

Wieder auf Umgebungsdruck gebracht, durften wir noch einen kurzen Blick auf die Humanzentrifuge des Instituts werfen, um uns im Anschluss durch gezielte Entspannungstechniken von den körperlichen Strapazen in der Höhenkammer zu erholen. Nach der Verabschiedung durch den Leiter des Standorts stand auch schon die Heimreise an.

Rückblickend ein kompakter gleichwohl sehr eindrücklicher Lehrgang, welcher uns die Grenzen des menschlichen Körpers in der Fliegerei klar aufzeigte und eine ideale Vorbereitung für das anstehende Trainingslager in Südfrankreich sowie die gesamte anstehende Saison darstellt. Außerdem an dieser Stelle ein herzlicher Dank an das gesamte am Lehrgang beteiligte und allzeit freundliche Personal!


Aller Anfang...

Max Maslak & Clemens Berger

Hallo!

Die neuen Sposos sind im 1. Bild von links nach rechts: Clemens Berger, Patrik Benoist, Max Maslak und Jan Schulz.

Wir haben die Grundausbildung im Januar alle gut überstanden und sind mittlerweile in Oerlinghausen angekommen.

Am Montag, den 14.02., haben wir uns in im Zentrum für Sportmedizin der Bundeswehr in Warendorf einer Leistungsdiagnostik unterzogen und konnten im Anschluss unsere Sportsonderbekleidung empfangen. Bereits am Nachmittag wurden wir am Flugplatz Oerlinghausen freundlich vom Flugschulleiter Carsten Kopsieker und Bundestrainer Wolli Beyer begrüßt.

Da sich für Dienstag direkt eine gute Wetterlage für Flüge am Hang rund um die Porta-Westfalica ankündigte, konnten wir dort schon einen wundervollen ersten Flug als Sposos erleben und bis zu 400 km mit Schnittgeschwindigkeiten von über 120 km/h fliegen. (Bild 2)

Die darauffolgenden Tage haben wir damit verbracht, unseren Flugzeugen den letzten Schliff für das anstehende Trainingslager in Vinon in den französischen Seealpen zu verpassen und ausgewählte Flüge der zurückliegenden DMJ 2021 zu analysieren und verbesserungswürdige Punkte auszuarbeiten.

Das Wochenende vom 18.-20.02. verbrachten wir in Stuttgart auf dem Wintertreffen des C-Kaders, wo wir von unseren C-Kader-Trainern auf den Pribina Cup in Nitra vorbereitet wurden, unsere Trainingspläne diskutierten und verschiedene taktische Aspekte in Vorträgen bearbeiteten.

Aktuell durchlaufen wir eine umfangreiche theoretische Vorbereitung hinsichtlich der französischen Seealpen, wofür wir unter anderem Flugwege sowie Wettersysteme diskutieren und im Simulator (Bild 3) knifflige Aufgaben fliegen. Damit sollten wir Anfang März perfekt vorbereitet nach Vinon-sur-Verdon aufbrechen können!